Ein geschichtsträchtiger katholischer Ort
Am idyllischen Standort unseres internationalen katholischen Jungeninternats standen in der Vergangenheit zunächst eine römische Villa, dann ein Kloster aus dem 13. Jahrhundert und schlieβlich eine Seminarsschule, die 1802 gegründet wurde – wenige Jahre nach den schrecklichen Massakern an Katholiken in der gesamten Vendée-Region. Die eindrucksvollen Gebäude blicken auf die Pfarrkirche des für seine religiöse Prägung bekannten Dorfes in der französischen Hügellandschaft.
An den ursprünglichen Gründer, den verehrungswürdigen Louis-Marie Baudouin, erinnern eine Kapelle, die Teil des Schulkomplexes ist, und ein Fenster in der Pfarrkirche. Auβer der Seminarsschule gründete er auch zwei erfolgreiche Lehrorden im Dorf.
Der Zeit Père Baudouins vorhergegangen waren die schwärzesten Kapitel der französischen Geschichte, als die Vendéer einen hohen Preis für ihre Loyalität zu Kirche und König bezahlten, besonders in den Jahren 1794-1796.
Es heiβt, dass das Geld für den Bau der Seminarsschule teilweise aus dem Schatz an Goldmünzen des royalistischen Generals François Athanase de Charette de la Contrie kam, der im März 1796 erschossen wurde. Vor seinem Tod hatte er demnach dafür gesorgt, dass seine Reichtümer im nahegelegenen Wald von Grasla vergraben wurden, wo die Bevölkerung von Dörfern wie Chavagnes vor den massakrierenden Republikanertruppen Zuflucht suchte. Als die Gefahr vorüber war, soll einer seiner Offiziere den Schatz gehoben und für den Bau und die Instandsetzung von Kirchen und anderen religiösen Gebäuden genutzt haben.
Die Einwohner von Chavagnes und der ganzen Vendée achten und ehren auch heute noch den bemerkenswerten Mut der gewöhnlichen Katholiken jener Tage und den Einsatz ihrer groβartigen Priester des 18. und 19. Jahrhunderts: Männer wie der Heilige Louis de Montfort und Père Baudouin.
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